Klassenerhalt in Darmstadt

Match-Preview: SV Darmstadt 98 vs. FC St. Pauli
34. Spieltag | 2. Bundesliga

Wieder neigt sich eine Saison zum Ende und langweilig wird’s bei uns ja nie. Diese Spielzeit hat mal wieder eine Menge Nerven, Kraft und Kohle gekostet. Auch die Leber hat mal wieder alles gegeben. Nun geht es nach Darmstadt, den aktuellen zweiten unserer Liga. Wieder ein Club der Aufstiegsambitionen zeigt, wieder ein Club von oben, dem wir ein Bein stellen und die Punkte entführen? „K&K“ wären uns wohl sehr dankbar.

Hilfe konnten wir in den letzten Wochen selbst wenig erfahren. Lautern konnte in Aue nicht dreifach Punkten, Heidenheim lässt sich von Fürth vermöbeln und Braunschweig und Düsseldorf haben sich eh als Punktelieferanten für die potenziellen Absteiger erwiesen. Aber uns kann egal sein was auf anderen Plätzen passiert. Der magische FC ist aktuell die formstärkste Mannschaft in den ersten beiden Profiligen, konnte zuletzt 15 der möglichen 21 Punkte einfahren. Aue, Aalen und 1860 sammeln aber nicht wesentlich weniger, sodass 37 Punkte dieses Jahr nicht zwingend reichen werden.

Die gesamte Saison konnten unsere Jungs keinen Rückstand zum Sieg drehen. Lediglich beim FSV und am ersten Spieltag gegen Ingolstadt konnten wir nach Rückstand noch einen Punkt holen. Doch hatte man sich das Brechen dieses Bannes für das letzte Heimspiel aufgehoben. Grandios warfen sich die Jungs in die Zweikämpfe und rannten immer wieder an. Durch zwei entfernte Freistöße sollte zunächst Thy ausgleichen, bevor Halste den Hammer auspackte. Kurz vor der Halbzeit in Führung zu gehen, ließ dann doch den einen oder anderen leichtfertig mit seinem Bier umgehen. Als hätte jenes Tor nicht schon einen Teil der Bochumer-Moral gebrochen, legte Buchti gleich nach der Halbzeit nach und markierte per Einzelleistung einen schönen Treffer. Dieser war ihm nicht nur besonders zu gönnen, weil es sein Erster war, sondern weil aus seinem Fehlpass der frühe Rückstand entstand. Den Angriff verwertete mit Gregerl wieder mal ein Ex-Kicker am Millerntor, der aber aus Respekt vor seinen Playstation-Kumpels Maier, Ziereis, Thy und Trybull den Jubel sein ließ. Als Thy wenig später zum zweiten Mal netzte war die Moral der drei „Herberts“ aus Bochum erst recht gebrochen. So durfte Waldi in der 82. Minute nochmal Slalom durch die Abwehr laufen und letztlich überlegt zum Entstand einschieben.

Doch von großer Party keine Spur! Nachdem im weiten Rund wieder YNWA erklang wurde sofort der Blick nach vorn gerichtet und lautstark ein „Auswärtssieg“ gefordert. Tschauner und Daube drehten noch Ihre Abschiedsrunde, bevor es in die Kabine ging. Doch wieder ließ sich die Konkurrenz nicht gänzlich abschütteln, was gerade im Fall von 1860 München durch völlig unverständliches Verhalten der „Unparteiischen“ herbei geführt wurde. So erzielte Nürnberg wenige Minuten vor Schluss ein völlig reguläres Tor. Schiri Drees zeigte zum Mittelkreis, die Fahne des Linienrichters blieb unten und Spieler der 60er monierten eine Abseitsstellung, die auch nicht vorlag. Plötzlich, als man sich schon am Mittelkreis zwecks Anstoß eingefunden hatte, wurde völlig unerwartet doch auf Abseits entschieden. Entweder waren hier wieder große Geldbeträge im Hintergrund ausschlaggebend oder wir haben ein völlig unfähiges Schirigespann im deutschen Profifußball. Sollte der Linienrichter sich umentschieden haben, was eigentlich die einzige denkbare Variante ist, dann muss er unsicher gewesen sein. Es heißt doch „im Zweifel für den Angeklagten“, in diesem Fall der Stürmer! Fragt man einen Schiedsrichter in seinem Bekanntenkreis, wie auch ich es tat, trifft man auf großes Unverständnis. Denn jeder gibt zu, dass es schwer zu entscheidende Situationen in jedem Spiel gebe. In diesem Momenten wartet man ab, reißt die Fahne nicht in die Höhe, sondern schaut wie die Spieler reagieren, die ersten 2 Sekunden sind entscheidend. Da niemand den Arm nach oben riss und Abseits forderte, hätte die getroffene Entscheidung nie revidiert werden dürfen. In solchen Situationen spricht man vom „Fingerspitzengefühl“, was Herrn Drees und seinem Gespann offensichtlich kein Begriff ist! Man kann nur hoffen, dass es wirklich „nur“ ein dilettantischer Fehler war, denn bereits vor zwei Jahren griff Herr Drees am letzten Spieltag bei der Partie BVB gegen Hoffenheim massiv in den Abstiegskampf ein…

Uns muss es egal sein, wir haben uns eine gute Ausgangslage geschaffen, spielen gegen einen Gegner der mitspielen muss, aber offensichtlich ausschließlich auf Grund der eigenen Effektivität bei Standards und guter Abwehrarbeit so weit oben steht. Denn mit 47,2 % hat Darmstadt den schlechtesten Zweikampfwert in Liga 2. Auch die Passquote der Darmstädter findet sich mit 62,9 % angekommene Zuspiele auf Platz 18 wieder. Der Auftritt am Millerntor war auch nicht berauschend, glücklich gewann man 0:1. Die Standards sind gefährlich, das können wir aber vorne wie hinten, mit Lasse als Turm, auch recht gut. Gerade die Zweikampfstärke war unsere Stärke der letzten Wochen, sodass wir versuchen werden, dem Gegner früh den Schneid abzukaufen. Wir sind wieder vor Ort gut vertreten, das frühe Anstehen hatte sich gelohnt. Auf Rängen und Rasen noch ein letztes Mal alles bedingungslos rausfeuern! …dann Klasse halten!

Vorm Spiel ein paar Knollen, dann mit einem Sieg die Hausaufgaben machen,
Dann kann der Rest machen was er will, wir sind die, die am Ende lachen!

Dieses Wochenende wird abgerechnet! Forza St. Pauli!

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