Drin bleiben und Ewald weiter basteln lassen!

Match-Preview: 1. FC K’lautern vs. FC St. Pauli
32. Spieltag | 2. Bundesliga

Nachher treten wir am Betzenberg an, wieder ein Spiel, in dem wir das Unmögliche
schaffen müssen. Denn anders, als viele andere Vereine der zweiten Liga, sind die Lauterer
eine echte Heimmacht und holten 2/3 der Punkte daheim. Einer Mehrzahl der Clubs liegt das passive, aber blitzschnelle Umschaltspiel besser, als daheim selbst das Spiel gestalten zu müssen.
Auch wir konnten in den letzten 3 Spielen an alte Zeiten erinnert werden. Ok, vielleicht nur durch das gute Torverhältnis von 6:0, bei 9 Punkten aus 3 Partien getäuscht, aber geboten wurden uns Momente, Emotionen und unabwendbare Astraaromen für Klamotte, Haut und Haare.

Gegen RB begann die Truppe, nachdem durch die Süd das vorletzte Heimspiel schick, aber kostspielig, eingeläutet wurde mit einer Menge „Dampf“, der sich in Zweikampfbereitschaft, Intensität und Lauffreudigkeit in der Körpersprache ausdrückte. Gute erste 20min hatten wir aber alle diese Saison schon öfter gesehen, doch sollte der aufgezeigte Trend von den Jungs fortgeführt werden. Taktikfuchs Ewald hatte sich, vermutlich unter „massivem Schreibentzug“, eine Aufstellung mit 9 Defensiven erbastelt. Lediglich Lenni und Buchti konnte eine meist offnsive Ausrichtung unterstellt werden. Außen bildete er Teams aus je 2 Außenverteidigern, die Ihre Rolle im Mittelfeld, je nach Situation, abwechselnd bekleideten. In der Zentrale gönnte der Trainer seinem sonstigen „Chef“Koch eine Pause und brachte dafür Enis Alushi. Jener sollte sein wohl bisher bestes Spiel für den magischen FC zeigen und eine Menge zeichensetzende Zweikämpfe für sich entscheiden. Auch Schnecke Kalla, der diesmal im Gespann mit Schachter den Vorkämpfer gab, ragte durch Leidenschaft hervor, sodass man ihm die deutlich weniger gewordenen Abspielfehler im Aufbau gern verzeiht. Als langsam die Sorge aufkam, man könnte wie in Heidenheim ohne eigenen Treffer in die Kabine gehen, sollte ein langer Pass der Schnecke dem Millerntor den Atem anhalten lassen. Der Ball erreichte Thy, der
allein in Richtung Box stürmte, sich dann aber den Ball einen Tick zu weit vorlegte. Doch das Glück kennt wieder unsere Adresse, denn der sonst gute Keeper der Bullen zögerte eine halbe Sekunde, Lenni kam mit der Fußspitze unter den Ball und beförderte selbigen über den entgegen rutschenden Schlussmann. Das Millerntor explodierte auf den Rängen, doch dem Jubel über den Treffer, folgte nach etwa 2 Spielminuten, die wohlmöglich lauteste Anfeuerung nach Halbzeitpfiff der letzten Jahre.
Halbzeit 2 sollte kampfgeprägt daher kommen. Unsere Jungs scheuten dabei keinen Körperkontakt und nahmen RB die Spielfreude. Es darf aber bei all der harten Arbeit der Feldspieler nicht vergessen werden, dass unser Skyman im Tor wieder
mehrfach, warum nicht nur Meggi, sondern auch Ewald, nicht an ihm vorbeikamen. Mit dem Abpfiff wich endlich die Anspannung.
Doch plötzlich, als sich die üblichen Rieten auf Rasen und Rängen zutrugen, Verwunderung. Aus dem Block der Leipziger hallte es „gegen St.Pauli darf man mal verlieren“, unsere Mannschaft wurde beklatscht und ebenfalls gefeiert. Man muss dabei bedenken, dass wir kurz vorher RBs Aufstiegshoffnungen begraben hatten und das fehlende Vereinslied belächelt und beklatscht hatten. Wie buchti treffend sagte, mit Fussball hatte das wenig zu tun, das war Überlebenskampf in Liga 2, hübsch war der gezeigte Fussball auch nicht? Es wirkte ein wenig wie Schleimerei, andere vermuteten Ironie, als auch noch Schals mit der Nordspitze der Gegengrade getauscht wurden. Es stellte sch heraus, das man ein deutliches Antifabekenntnis im Block präsentiert hatte. Vielleicht überwiegte der Wunsch, zumindest in dieser größeren Gruppe, anstatt erneuter Aufstieg, unseren besonderen FC im Profifussball zu wissen, weil man unsere Fankultur, geprägt durch Werte, respektiert und schätzt? Hat sich in einer Region, mit DDR-Fussballtradition, nach vielen Jahren ohne ambitionierten Verein, etwas für uns Unverständliches gebildet? Wohlmöglich versammelte das von uns verhasste RB-Konstrukt, all diejenigen, denen das meiden der kleineren lokalen Vereine, die leider nicht selten rechtsgeprägt sind, wichtiger erschien, als Fußball mit einem unternehmensgesteuerten Club zu zelebrieren? Man sollte womöglich einen differenzierten Blick auf Verein und Fanszene richten und Entwicklungen beobachten.
Doch nun steht Lautern an und wir brauchen die gleiche Einstellung, wie gegen Leipzig, denn mit gezeigtem Einsatz kann mit einen Skyman im Tor gewonnen werden. Sein erstes Zweitligaspiel schenkte ihm die Frontzecke am 34 Spieltag vor ca. 2 Jahren. Überraschend nahmen wir nach guter Leistung die Punkte mit. Doch es muss vieles passen. Ewald tat recht daran, als Basis die Defensive zu festigen. Vorne brauchen wir nun das Glück, welches in der Hinrunde fehlte.
Drin bleiben und Ewald weiter basteln lassen! Nach den Spielen des Freitags wurde o.g. Theorie leider untermauert. Leider gewann nicht nur Sandhausen bei RB, sondern auch Aalen bei Fortuna und 1860 beim FSV. Siegen wir gegen Lautern, muss neben Fürth auch eben Frankfurt fürchten. Gewinnt auch Bochum dieses Wochenende nicht, könnten wir auch den VFL einen Spieltag vor Schluss zum zittern bringen. Neben Lautern und Darmstadt müssten dann auch die Bochumer noch Punkte einfahren. Eigentlich wollten wir das anders….. Düsseldorf und RB wollten Ambitionen wahren, Nürnberg sich final retten. Genau diese Spiele konnten wir gewinnen, gegen tiefstehende Auer fanden wir kein Rezept…
Also holt die Punkte, morgen dort wo es keiner glaubt, dann werdet Ihr ohne Umwege als Zweitligist beurlaubt!
2 Glücksbringer haben wir entsandt, die uns die Punkte nach Hamburg bringen. Kommt uns sicher wieder heim!
….unter, ja das gehst Du nie!
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