Boykottieren, warum? Wir können auch bunt, laut und in Farbe ein Zeichen setzen!

Match-Preview: RB Leipzig – FC St. Pauli
14. Spieltag | 2. Bundesliga

Am Sonntag begleitet unser Fanclub die Kiezkicker nach Leipzig. Leider geht es nur zum „Brauseverein“ und nicht zum Roten Stern. Nicht erst seit dem Aufstieg von RasenBallsport wird heftig über das Konstrukt eines solchen Retortenvereins diskutiert, und darüber, was dies für die Zukunft des Fußballs bedeutet.

Boykottieren oder besser das eigene Team anfeuern?

Wir haben innerhalb unseres Fanclubs und in der Fanszene vom FC St. Pauli viel über einen Boykott diskutiert und sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir, anstatt das Spiel zu boykottieren, lieber bunt, laut und in Farbe ein Zeichen setzen möchten. Wir fahren also nach Leipzig, um unsere Boys in Brown anzufeuern und ihnen bei einem ganz wichtigen „Dreier“ zu helfen!

Wir bleiben aber erst mal bei der Grundsatzdiskussion über RB Leipzig und gehen erst später im Text auf das Spiel am Sonntag ein. Wenn man sich die Gegebenheiten bei RB anschaut, werden sicher nicht nur die kritischen Fans, sondern auch der ein oder andere Bundesligist hellhörig. „Financial Fairplay“ ist das Stichwort, das besagt, dass Fußballvereine nicht mehr Geld ausgeben dürfen, als sie einnehmen. Ein Investor bringt dieses Gleichgewicht ins wanken, denn ohne eigentlichen sportlichen Erfolg werden Vereine finanziell künstlich aufgepumpt und agieren in der dritten oder vierten Liga am Transfermarkt wie ein Bundesligist. Vereine ohne einen solchen Geldgeber müssen dagegen völlig anders wirtschaften. Sie brauchen Einnahmen, die an den sportlichen Erfolg gekoppelt sind. Bei einem Durchmarsch von ganz unten nach ganz oben, eines Vereins wie Hoffenheim oder eben RB Leipzig, kann demnach keine Rede von Fairplay oder Chancengleichheit sein.

Im Brauseuniversium wird an der Weltherrschaft gefeilt

Das was RB Leipzig, im Gegensatz zu anderen Vereinen mit Großinvestoren, so gefährlich macht, sind die Kooperationen mit weiteren Clubs des Brauseuniversums. Mit denen wird nämlich gemeinsam an der Weltherrschaft gefeilt. Und wenn es diese nicht wird, dann soll es doch zumindest die Champions League sein. Auf den Punkt gebracht, kritisieren wir das hin und her Geschiebe von Spielern zwischen den Brausevereinen. Diese Saison kauften die Leipziger z.B. den Spieler Massimo Bruno für 8 Millionen Euro, um ihn genau ein Tag später zu RB Salzburg zu verleihen. Und wenn man sich die Transferhistorie dieser beiden eng verbundenen Vereine einmal genauer anschaut,  dann tauchen schnell weitere solcher Namen auf. Kevin Kampel (Marktwert 9 Mio. €) ist ein weiteres Beispiel.

Gehen wir doch mal über den großen Teich und nehmen RB New York in die Diskussion auf. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat noch keiner von „Financial Fairplay“ gehört. Dort kann man demnach einfach still und heimlich im großen Stil in teure Spieler investieren und sie innerhalb des Brauseuniversums kostengünstig nach Europa verleihen oder verkaufen. Vom Faiplay gegenüber anderen Vereinen sind wir dabei ganz weit entfernt! Und genau das lehnen wir ab!

Zum ersten Mal in der „Vereinsgeschichte“ ausverkauft

Das Spiel unseres magischen FC’s bei der Gummibärenbande wird laut Leipziger Volkszeitung wohl zum ersten Mal in der „Vereinsgeschichte“ ausverkauft sein. Das bisher höchste Zuschaueraufkommen in der „Brausebrand-Arena“ war beim Aufstieg gegen den 1. FC Saarbrücken in der letzten Saison. Der Zähler stoppte damals bei genau 42.713 Zuschauern. Nicht einmal beim Derby gegen Erzgebirge Aue war das Stadion ausverkauft. Es wurde lediglich der Saisonbestwert von 34.273 Zuschauern erreicht. Nun kommen wir und machen die Hütte voll!

Nach dem enttäuschenden Auftritt gegen den FC Heidenheim hat das Team und allen voran Philipp Tschauner angekündigt, endlich wieder die nötige „Drecksarbeit“ zu erledigen. Genau das ist jetzt auch notwendig. Wir wiederholen uns ständig, wenn wir schreiben, dass im Abstiegskampf Kampfgeist, Leidenschaft und unbedingter Wille die wichtigsten Tugenden sind. Meggi hat die Länderspielpause hoffentlich genutzt, um den Jungs genau diese Tugenden einzutrichtern. Denn sie haben einiges gutzumachen und müssen beim Retortenclub aus Leipzig punkten!

Wir fahren nach Leipzig, um unsere Mannschaft nach vorne zu peitschen. Wir werden dabei so laut und bunt sein, wie noch keine Auswärtsmannschaft zuvor. Wir wissen, dass wir dabei von vielen Menschen aus der Region unterstützt werden. Auch von der Autonomen Republik Connewitz, die wir hiermit herzlich grüßen möchten. Ebenso wie die Fans von Roter Stern Leipzig. Macht weiter so und lasst euch nicht kleinkriegen!

Forza St. Pauli!

 

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4 Kommentare

  1. Pingback: Tiefschlag auf Tiefschlag. #FCSP verliert in Leipzig deutlich und dazu auch noch Ratsche. | KleinerTods FC St. Pauli Blog
  2. Aufziehvogel_LE · November 21, 2014

    Auch wenn es von Hamburg ausgesehen, etwas merkwürdig klingen mag. Es gibt in Connewitz und anderen Teilen von Leipzig viele Menschen, für die Roter Stern und RB kein Widerspruch sind. Eher zwei verschiedene Ebenen des Erlebnisses Fußball, die jedenfalls besser harmonieren als RSL und Lok.

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  3. Werner Renzl · November 21, 2014

    Sudern heißt es

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  4. Werner Renzl · November 21, 2014

    Liebe Paulifans! Ich habe mit Interesse euren Text gelesen und fand dabei einen ganz ordentlichen Fehler. Ihr dürft über alles Süden, nur von RB New York ist noch nie ein Spieler nach Leipzig oder Salzburg gekommen. Wenn schon, dann könnt ihr mir bitte seinen Namen nennen, da muss ich was über sehen haben. Lg

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