Nur wer Erwartungen hat, kann auch enttäuscht werden!

Der Fanclub Wochenrückblick (KW 36)

Es ist einiges los bei unserem Kiezclub, denn es herrscht Trainerverschleiß bei braun & weiß! Bereits nach vier Spieltagen wurde Roland Vrabec beurlaubt! Vier Ligaspiele, vier Punkte und dazu noch eine Runde weiter im DFB Pokal.

Wieso schmeißt man so früh den Trainer? Betrachtet man die Situation von außen, ist diese frühe Reaktion vielleicht nicht nachvollziehbar. Hinterfragt man diese Daten, ensteht jedoch ein ganz anderes Bild. Von den vier Punkten auf unserem Konto haben wir eingentlich keinen so wirklich verdient. Auch ein lang ersehnter Pokalspielsieg bei einem Fünftligisten ändert nichts am schlechten Gesamteindruck, untermauert diesen sogar vielleicht noch mehr.

Die Spiele wirkten konzeptlos. In Gegners Hälfte wurden quasi keine Lösungen aufgezeigt, was stark an die Defizite in der letzten Saison erinnert. Der Mannschaft fehlt es eindeutig an Mut, Selbstvertrauen und Leichtigkeit. Um es mit Stani’s Worten zu sagen: „Man hatte das Gefühl, jeder Spieler würde einen Rucksack voller Baggersteine mit sich tragen!“. Bereits gegen Sandhausen, aber vor allem gegen Fürth wurden uns weitere deutliche Schwächen in der Defensive aufgezeigt. War es vielleicht die Verbissenheit des Roland V., die unsere Truppe lähmte. Gibt Vrabec den Druck, dem er sich bereits nach den Diskussionen am Ende der letzten Saison ausgesetzt sah, wohlmöglich an unsere Boys in Brown weiter? Wer sich wie wir intensiv mit dem magischen FC auseinandersetzt, spürte in den letzten Tagen und Wochen, dass nun etwas passieren muss…

Nur wer Erwartungen hat, kann auch enttäuscht werden!

Noch unter Helmut Schulte wurde das Ziel ausgegeben, stärkster Ausbildungsverein für Talente in Norddeutschland zu sein. Mit Spielern wie, Kruse oder Ginni haben wir dies unter Frontzek und Stani getan. Nun entwickelt sich die Truppe im Kalenderjahr 2014 aber nicht weiter, was sich ebenfalls auf unsere hoffnungsvollen Talente übertragen lässt. Ratsche, Buchti oder Meier sind bestenfalls am stagnieren. Zu einem solchen Konzept braucht es eben einen Traniner, der genau dies kann, nämlich den Druck von den Jungs zu nehmen. Wenn ein solches Ziel ausgegeben wird, will man dieses auch mit Leben gefüllt sehen. Weiterentwicklungen scheinen den Spielern unter Rotations-Roland jedoch sehr schwer zu fallen.

Unterm Strich wollen wir doch alle am Millerntor ansehnlichen, kampfbetonten Fussball sehen, bei dem sich sowohl die Einzelspieler als auch das Kollektiv reinhängen und ein Konzept zu erkennen ist. Das soll aber nicht bedeuten, dass irgendwer das Recht hat, bei einem öden 0:0 zur Pause „mordor-mäßig“ zu pfeifen beginnt!

Erwartungen Teil 2, „Der 4-Jahres-Plan des Rachid A.“

Auch der Rachid Azzouzi hat Ansprüche und Erwartungen. Wir haben den Eindruck, er habe früh nach seinem Amtsantritt seine Vertragslaufzeit detailiert Jahr für Jahr geplant. Rachid wirkt sehr ehrgeizig und wird von eben diesem Plan getrieben. Das erste Jahr kann man kaum bewerten. Auf Grund der überraschenden Kündigung von Helmut Schulte 2012 blieb nicht viel Zeit, ablösefreie Spieler waren schon untergekommen. Es folge eine Saison mit diversen Leihspielern, die schwer anlief, meist im Keller verbracht wurde, aber dann unter Frontzek einen positiven Trend aufzeigte. Rachid hatte Zeit und konnte den viel umjubelten Ratsche-Transfer bereits im Winter fixieren.

Im zweiten Jahr sollte der Grundstein gelegt werden, Rachid stellte eine Truppe zusammen, die auf dem Papier absolut konkurrenzfähig war und alle warteten gespannt auf  die neue Spielzeit. Die neue Truppe kam gemächlich in Schwung, musste sich zusammenfinden bestritt dann aber auch immer wieder sehr gute Spiele, wie beim überzeugenden Auswärtssieg in Fürth. Doch dann plötzlich trennte man sich von Frontzek mit den Begründungen, dass dieser eine vorzeitige Verlängerung erzwingen wollte. Als weiteren Grund nannte man zu unansehnliche Heimspiele. Auf Frontzecke folgte Roland Vrabec, der zwar gegen Cottbus seine Heimpremiere mit 3:0 gewinnen konnte, danach aber keine Entwicklung der Mannschaft vorantreiben konnte und uns leistungsgerecht am Ende auf den achten Tabellenplatz führte. Am Ende der Saison sprach die Vereinsführung zwar von einer Stagnation bzw. Konservierung der Leistung, hielt aber dennoch an Vrabec fest.

Rachid’s dritte Saison begann und die Mannschaft wurde zunächst punktuell sehr gut verstärkt. Dieses Jahr sollte ganz oben angegriffen werden. Daher entschied man sich, nach vielen Jahren wieder einen Königstransfer zu tätigen und einen echten Knipser zu holen. Ante Budimir kam für eine Ablöse, die alle jährlichen Gesamtablösen der letzten Jahre übertreffen sollte. Diese Investition, die in dieser Höhe nicht mal zu unserer letzten Bundesligazeit bewilligt wurde, unterstreicht klar, dass es dieses Jahr um den Aufstieg gehen soll! In diesem Zusammenhang war auch klar, dass man nicht all zu geduldig sein würde, wenn es bereits am Anfang nicht läuft. Nach vier Spielen und nur vier Punkten, sah man sich zum Handeln gezwungen, um interne Ziele nicht schon früh in der Sasion abschreiben zu müssen. Würde der Aufsteig gewuppt oder auch knapp verpasst werden, hätte Rachid ein Jahr vor Vertragsende beste Argumente baldigst für weitere Jahre im Amt bestätigt zu werden.

Kann nur St. Pauli wirklich „St.Pauli“?

Nun ist es also raus, Meggle übernimmt die Truppe, wird zum Chef befördert. Auch wenn nun wieder einer von „uns“ die Geschicke lenkt, was wir immer begrüßen, wurde auch die Personalie intensiv diskutiert. Die Situation ist nicht leicht, der Verein hat immer noch eine Menge vor und will gesetzte Ziele erreichen. Ein wenig ensteht die Sorge, Meggle könnte zu früh „verheizt“ werden. Was passiert, wenn die nächsten 5-6 Spiele nicht gewonnen werden sollten, wenn der erhoffte Ruck ausbleibt und man im November noch keine klare Entwicklung in die richtige Richtung ausmachen kann? Es wäre sehr wünschenswert, dass Thomas Meggle dann einen Schritt zurück machen darf und in unserem Verein weitere Erfahrungen sammlen kann!

Doch denken wir zunächst Mal positiv und hoffen, dass unser St. Pauli-Gen der Truppe zügig eingehaucht wird. Wir unsterstützen Meggie, wie eigentlich jeden Trainer und werden die nötige Nachsicht haben, wenn der angestrebte Prozess ein wenig länger dauert. Wir hoffen, die Gremien sehen das genauso wir wir!

Meggie, wir wünschen Dir bei Deiner Aufgabe nur das Beste! Sollte es Gegenwind geben, dann stell die Stacheln auf und lass Dich nicht stressen, denn: „Wir sind immer für Dich da…“!

Vielen Dank auch an Roland Vrabec für seine Einsatz und die erbrachte Arbeit. Wir wünschen Dir auf Deinem weiteren Weg viel Erfolg!

Auf geht’s, Geschichte wird gemacht, Forza St. Pauli!

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